Mit dem EU Führerschein die MPU umgehen

    Aus Führerschein.info

    Hat der Staat einem Bürger die Fahrerlaubnis erst einmal entzogen, wird sie je nach Grund des Entzugs nicht so schnell wieder erteilt. Wer z.B. seine Fahrerlaubnis aufgrund des Fahrens unter Drogeneinfluss verloren hat, muss sich zunächst der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) unterziehen. Letztere ist gar nicht so leicht zu bestehen, weshalb zunehmend mehr Betroffene auf einen EU Führerschein aus Ländern wie Tschechien oder Ungarn ausweichen.

    Quelle/Copyright: Youtube / ARD Mittagsmagazin

    Auflage der MPU in Deutschland

    Sinn und Zweck der MPU ist es, die Eignung einer Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr zu ermitteln. Ehemaligen Verkehrssündern wird der Führerschein nur dann wieder erteilt, sofern sie sich laut Meinung von Experten gebessert haben. In den meisten Fällen geht es vor allem darum, sich einsichtig zu zeigen und darzulegen, dass in Zukunft keine weiteren Verstöße mehr begangen werden.

    Allerdings klappt dies in der Praxis nur bedingt, den nur etwa 60 Prozent der Teilnehmer bestehen die MPU und erhalten wieder eine Fahrerlaubnis. Zugleich ist die MPU an stattliche Kosten gekoppelt. Zu den Kosten der eigentlichen Untersuchung kommen häufig noch Kursgebühren für die Vorbereitung hinzu, was die MPU umso teurer macht.

    Neue Fahrerlaubnis dank EU Führerschein

    In Anbetracht dieser Risiken zieht es eine stattliche Anzahl an betroffenen Kraftfahrern vor, gar nicht erst zur MPU anzutreten, sondern einen EU Führerschein im Ausland zu machen.

    In fast allen Staaten der Welt ist die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr an den Besitz eines gültigen Führerscheins gekoppelt. Innerhalb der EU wurden die Führerscheinregelungen im Jahr 2013 harmonisiert. Seither sind die Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet, Führerscheine anderer EU-Bürger anzuerkennen - selbst wenn diese nicht im eigenen Land, sondern einem andren EU-Mitgliedsstaat erlangt wurden.

    Anders ausgedrückt: Wenn ein deutscher Staatsbürger seine Fahrerlaubnis in einem anderen EU-Mitgliedsstaat erlangt, ist dies von den deutschen Behörden zu akzeptieren. Diese Regelung eröffnet Kraftfahrern, die ihren deutschen Führerschein abgeben mussten, die Chance zum Erhalt einer neuen Fahrerlaubnis.

    EU Staaten haben den Führerschein-Tourismus eingedämmt

    Diese Möglichkeit hat sich nicht nur schnell herumgesprochen, es wird auch rege Gebrauch von ihr gemacht. Als Folge haben nicht nur die Bundesregierung, sondern auch die anderen EU-Mitgliedsstaaten damit begonnen, den sogenannten Führerschein-Tourismus innerhalb Europas einzudämmen.

    Aufgrund geltender EU-Bestimmungen ist es jedoch nicht möglich, die Erlangung einer neuen Fahrerlaubnis in einem anderen Mitgliedsstaat komplett zu untersagen. Der Politik ist es lediglich gelungen, die Rahmenbedingungen zu verschärfen. Wer einen EU Führerschein im Ausland machen will, sollte deshalb die folgenden beiden Aspekte unbedingt berücksichtigen.

    Da wäre zunächst die zwingende Einhaltung des Fahrverbots. Solange das Fahrverbot gilt, sollte auf keinen Fall eine Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr erfolgen - auch nicht in Verbindung mit einem neuen EU Führerschein. Das Verbot ist nicht an den Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis gekoppelt, sondern besteht unabhängig. Ein Verstoß ist als Straftat zu werten und kann deshalb schwer geahndet werden.

    Des Weiteren achten andere Mitgliedsstaaten mittlerweile darauf, dass Fahrschüler über einen Wohnsitz in ihren Ländern verfügen. Wer eine Fahrschule im Ausland besucht und seinen Wohnsitz nicht entsprechend umgemeldet hat, muss damit rechnen, dass der Führerschein am Ende doch nicht erteilt wird.

    Aufgepasst bei der Wahl des Anbieters

    In Anbetracht dieser Einschränkungen ist es umso wichtiger, sich beim Thema EU Führerschein von einem Experten begleiten zu lassen, der sämtliche Details im Blick haben und sich unter anderem auch um eine zuverlässige Ummeldung des Wohnsitzes kümmern. Hierbei wird auch darauf geachtet, dass eine Einhaltung der wichtigen Sperrfrist von 185 Tage erfolgt.

    Es gibt noch weitere Gründe, die für eine professionelle Begleitung bei der erneuten Erlangung des Führerscheins sprechen. Hierzu zählt insbesondere die Wahl der Fahrschule. Nur wenige Fahrschulen im Ausland können ihren Fahrschülern den Fahrunterricht in deutscher Sprache anbieten. Selbiges gilt manchmal auch für das Ablegen der Prüfung. Folglich ist es umso sinnvoller, sich zunächst ausführlich zu informieren und für einen etablierten Anbieter zu entscheiden.